Pädagogik

Das Konzept

Der Naturkindergarten am Flaucher bietet als außerfamiliäre Gemeinschaft – wie jeder Kindergarten – Raum für soziales Lernen, Erleben von Gruppe und Entwicklung von persönlichen Interessen, Fähigkeiten und Freundschaften. Angelehnt an das Konzept des Waldkindergartens, d.h. eines Kindergartens „ohne Türen und Wände“, bieten sich neue pädagogische Möglichkeiten.

Blätter

Waldpädagogik

In einem Lebensraum, der nicht reizüberflutet ist, können innere Kräfte und Grenzen besser wahrgenommen, erprobt und erweitert werden und die Kinder können beim Spielen in der freien Natur ihre Entwicklungsschritte selbst besser erfahren.

  • Durch die räumliche Weite stauen sich Aggressionen nicht so leicht an, da die Kinder Stress und emotionale Anspannungen durch Bewegung kreativ abbauen können.
  • Es gibt keinen so hohen Lärmpegel wie in geschlossenen Räumen. Die Kinder erleben wieder Stille, die in heutiger Zeit ungewohnt ist. Diese ist aber für die allgemeine Differenzierung des Wahrneh-mungsvermögens, für das Finden von Stabilität durch innere Ruhe und für die Konzentrationsfähigkeit von unschätzbaren Wert.
  • Durch den ganzjährigen Aufenthalt in der Natur erleben die Kinder den Ablauf der Jahreszeiten mit seinen unterschiedlichen Farben, Gerüchen, Geräuschen und Temperaturen hautnah und sie können den Kreislauf der Natur direkt wahrnehmen und erleben.
  • Die Entdeckung der Umgebung geschieht anschaulich und lebensnah und die Kinder können ihre Abenteuerlust befriedigen.
  • Die Vielfalt des Raumes fördert die Kraft und Ausdauer, die Sicherheit und das Selbstvertrauen der Kinder, wenn sie auf unebenen Waldboden laufen und springen, auf Bäume klettern oder auf Baumstämmen balancieren.
  • Die Kinder lernen auf spielerische Weise ihre Umwelt schätzen und schützen.
  • Der Aufenthalt in der Natur stärkt die körperlich-seelische Gesundheit. Täglich viel frische Luft bedeutet auch weniger Infektionskrankheiten, die gewöhnlich in geschlossenen warmen Räumen übertragen werden. In Lebensfreude Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, stärkt aus medizinischer Sicht das Immunsystem.
  • Die Kinder erfahren die Notwendigkeit von Regeln und Geboten und können ihren Sinn erkennen, da sie mit unmittelbaren Erleben verbunden sind. Dabei können Regeln und Gebote im Wald auf ein Mindestmaß reduziert werden.
  • Die BetreuerInnen können sich ungestört den Kindern widmen, da keine Unterbrechungen durch Telefonate und andere organisatorische Dinge stattfinden.

Spielmaterial

Im Waldkindergarten gibt es keine vorgefertigten Spielsachen. Die Kinder spielen vielmehr mit den Dingen, die die Natur bietet: Äste, Steine, Gräser, Blumen, Moos, Tannenzapfen, Rinde, Kastanien usw. All diese Dinge regen zum selbständigen Gestalten und Experimentieren an, da sie kein vorgefertigtes Erscheinungsbild haben. So können sich eigene Bilder entwickeln und diese in eigene Handlungen umgesetzt werden. Entsprechend ist der Wald als „Spielplatz“ für die Kinder immer aktuell und lenkt nicht vom eigenen, inneren Erleben ab. Die Beschäftigung mit den multifunktionalen Naturmaterialien fördert die Phantasie und Kreativität der Kinder, die auch beim Erfinden von Rollenspielen oder beim Weitererzählen von Geschichten gefördert wird.

Das Kind

Im Naturkindergarten am Flaucher wird das Kind grundsätzlich als kompetent angesehen. Die Aufgabe der BetreuerInnen ist, die Kinder bei ihrer Entwicklung zu begleiten und das Entstehen eines positiven Selbstgefühls zu fördern. Durch einen respektvollen Umgang miteinander, durch das Anerkennen der individuellen Bedürfnisse und die Anerkennung des Kindes als gleichwürdigen Partner im Wald, kann ein fruchtbarer Dialog zwischen Kindern und BetreuerInnen entstehen und gegenseitiges Lernen findet statt.

rosa Decke